Klein, aber großartig: Die Kultur von der kleinen Antilleninsel Tobago gestaltet sich sehr vielfältig, was damit zusammenhängt, dass hier Menschen verschiedener ethnischer Gruppen leben. Jeder beeinflusst die Kultur auf seine Weise. Und alles fügt sich zu einer wunderbar farbenfrohen und lebendigen Gesamtheit zusammen – die jeden Besucher begeistert.

Die Menschen auf Tobago sind fröhlich und ausgelassen. Sie feiern gern, lieben Musik und Tanz. Sie sind – trotz ihres oft nicht leichten Alltags – freundlich und hilfsbereit. „Take it easy“ und „No problem“ bilden die Lebensdevise, mit der sie einander und auch den Besuchern ihrer Insel begegnen.

Kunst & Kultur

Karibische Lebensfreude: Beinahe jeden Monat wird ein Festival (oder Mini-Festival) gefeiert, das Besucher – Einheimische wie Touristen – mitreißt und die Kulturvielfalt der Insel widerspiegelt. Nationalfeiertag der Republik Trinidad und Tobago ist der 31. August.

Musik: Nationales Musikinstrument von Tobago ist die Steelpan oder Steeldrum, ein ausgebautes Stahlfass. Trommler aus aller Welt treffen sich einmal jährlich im August für gemeinschaftliche Workshops und Performances.

Bildende Kunst: Die Deutsche Luise Klimme studierte in Berlin, London und den USA und unterrichtete an der Kunstakademie in Düsseldorf. Heute lebt sie auf Tobago. Ihre farbenfrohen Holzskulpturen, eine Hommage an die Menschen, Tiere und Pflanzen von Tobago, sind in ihrem eigens errichteten Klimme-Museum zu bewundern.

Architektur: Der karibische Baustil ist eine Mischung aus indianischer und afrikanischer Tradition mit europäischen Einflüssen und der Anpassung an die Klimabedingungen. Er zeichnet sich durch dekorative Schnitzereien an Giebeln und Veranden aus, die auch der Belüftung dienen. Besonders sehenswert sind Forts, Kirchen und Plantagenhäuser.

Volkskunst: Typisch für Tobago sind schöne Keramikarbeiten, Holzschnitzereien, aber auch Batik- und Flechtarbeiten. Was alle gemeinsam haben: Sie strahlen die Farben- und Lebensfreude der Karibik aus und werden von Touristen gern als Souvenir mitgenommen, um die Urlaubserinnerungen zu Hause weiterleben zu lassen.

Bevölkerung & Sprache

Multikulti: Tobago hat 50.000 Einwohner – davon sind 90 Prozent Afrikaner, die restlichen 10 Prozent Mischlinge, Weiße und Inder.

Seit 1814 wurde Tobago von britischen Kolonialherren geprägt, bis die Insel 1976 gemeinsam mit Trinidad eine präsidiale Republik im Rahmen des britischen Commonwealth wurde. Ein starker Einfluss, der sich auch in der Amtssprache Tobagos widerspiegelt: Englisch.

Französisch und Spanisch sind – historisch bedingt – weitere gängige Sprachen in Tobago. In der multikulturellen Bevölkerung wird aber auch Dialekt (Creol) gesprochen, eine Mischsprache mit englisch basiertem Wortschatz.

In diesem Sinne: Es lebe die Karibik! Aber keine Sorge – das klar ausgesprochene Englisch ist gut zu verstehen.

Riten, Mythen, Religionen

Alles, was heilig ist: Auf Tobago herrscht Glaubensfreiheit. Dies und die Vielschichtigkeit der Bevölkerung tragen dazu bei, dass es eine große Anzahl verschiedener Glaubensgemeinschaften und Religionen gibt.
 
Die Religionszugehörigkeiten in Zahlen: 35 Prozent sind Anglikaner, 11 Prozent Methodisten, 10 Prozent Moravier, 10 Prozent Adventisten, 8 Prozent Katholiken und 0,4 Prozent Hindus.Geister und Kulte: Die Bewohner einer ehemaligen Kolonie und Sklaveninsel leben selbstverständlich auch alte afrikanische Riten und mystische Zauberkünste. So wird Voodoo – in der Karibik weit verbreitet – auch auf Tobago praktiziert.
 
Wer, wie viele Menschen in Tobago, an Geister glaubt, kann mit etwas Glück oder Fantasie vielleicht auch Inselgeistern wie Papa Bois, dem Beschützer des Waldes und der Tiere, Mama Dlo (halb Frau, halb Schlange), der Beschützerin der Flüsse, sowie diversen Nixen und Feen begegnen.